13. - 19.12.2005
Italien Trip!


Heute ist es endlich soweit, BSN fahren nach Italien! Neapel um genau zu sein. Der Kreisjugendring Coburg hat uns freundlicherweise als Gewinner des R.I.O. Festivals 2004 gebeten, einen Bandaustausch in Neapel mitzumachen. Klar machen wir da mit, was für ne Frage! Plan war, dass wir mitfahren und vier bis fünf Gigs in Neapel zu spielen und den Italienern mal deutschen Punk zu zeigen. Aber dazu später.
Mike, Matze und ich treffen uns im Highlander um uns schon mal "auf den Weg" zum Bahnhof zu machen. Natürlich mit einem Umweg über die Sonderbar. Wir verabschieden uns immer erst von unseren Stammkneipen bevor wir die Stadt verlassen. Adam hatte leider zu, aber in Gedanken waren wir auch da. Am Vormittag war ich mit Mike schon Proviant kaufen, weswegen mein Koffer doch ziemlich schwer ist, aber er sollte ja schließlich immer leichter werden. Am Bahnhof in Coburg trafen wir dann Ines und Harald vom KJR Coburg. Wir machen uns bekannt und warten gemeinsam auf den Zug nach Lichtenfels. In Ebersdorf steigen dann noch Michael C. Busch und Jaqueline zu. Jaqueline ist die Praktikanten der Truppe aber nichtsdestotrotz schon sehr klug. In Bamberg steigen Blume und Elli zu damit wäre BSN dann komplett. Elli hat ne PSP dabei, die erstmal unter den BSNlern zu Aufruhr führt, weil jeder "mal" damit spielen will. Wird aber auch ziemlich schnell langweilig und so gehen wir dem Tagesgeschäft nach. Mike und Matze trinken, ich versuch mein Tokio Hotel Poster aufzuhängen und Blume vertieft sich im Bass Professor. Elli schreibt wie meistens SMS. Sie zahlt ja auch nur nen lächerlichen Cent pro Stück. Wie, wann und wo und auch warum wir dann umsteigen ist mir nicht mehr bewusst. Auf jeden Fall steig ich in München aus einem ICE aus, soviel ist hängen geblieben. In München haben wir dann ca. 45 Minuten Aufenthalt die mich sofort zu Burger King rennen lassen um einen geliebten Doppelcheese essen.
Und dann passiert es. Der Zug der uns nun bis Neapel bringen soll trifft ein und allen läuft ein kalter Schauer den Rücken runter. So einen Zug hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Von außen schon mal ziemlich versifft. Von innen dann leider auch. Die Toilette war von Anfang an aus hygienischen Gründen nicht zu nutzen. Wir beziehen alle unsere Abteile. Wir hatten zwei Abteile für jeweils sechs Leute. So fügte es sich, dass Jaqueline sich zu uns setzte was uns nicht weiter störte. Mike und ich tranken einfach weiter als wäre nichts gewesen. Die anderen machten irgendwas. Als wenn ich das noch wüsste. Auf jeden Fall haben wir irgendwann festgestellt, dass in dem Zug noch so viele Abteile frei waren, dass drei von uns in ein anderes Abteil wechseln konnten um im Liegen zu schlafen. Mike, Jaqueline und ich wechselten also dann das Abteil. Im neuen angekommen schnell Sitze zu Liegefläche verwandelt und die letzten Schlucke Bier in den Hals geschüttet. Wir legten uns hin und Jaqueline schlief schnell ein und fing genauso schnell das schnarchen an das Mike und ich die ganze Nacht nicht schlafen konnten und quasi gezwungen waren zu quatschen. Oder hätten wir so vor uns hin starren sollen. Wie dem auch sei, wir fanden jedenfalls keinen Schlaf dafür aber umso mehr Gesprächsthemen. Auf so ein paar Stunden Schlaf ist nun auch wirklich geschissen.


Am nächsten Morgen hole ich vom überaus freundlichen Zugpersonal zwei Kaffee und kotze von selbigem fast. Von wegen Italiener können Kaffee kochen. Der im Zug war jedenfalls eher ne braune Brühe.
Am nächsten Morgen gegen 11 kommen wir in Neapel an, was mich persönlich schon mal sehr glücklich macht. Endlich raus aus dem Zug und etwas Abstand zur Schnarchmaschine herstellen. Am Bahnhof sollte uns Walter abholen, ein Einheimischer. Abholen tut uns eine Frau, hübsch, schlank, sexy. Scheiß drauf ob sie Walter heißt. Aber falsch. Sie hieß Dora. Das war dann unsere erste Begegnung mit diesem "Walter". Dora bringt uns zu dem Restaurant in dem wir den Großteil unsere Zeit die nächsten sieben Tage verbringen werden. Wir kriegen Kaffee und Hörnchen gefüllt mit Vanille, Marmelade und/oder Schokolade. Nichts für mich jedenfalls Die anderen genießen es. Dann kommt Fabio und bringt uns zum Hotel. Wir laufen durch ein paar versiffte Gassen und ich muss mich wirklich wundern. Hier stapelt sich der Dreck direkt. Der Müll liegt hier einfach bergeweise auf der Straße. Nicht schön anzusehen und riechen tuts noch dazu.
Das Hotel sah von außen nicht mal schlecht aus. Die Zimmerverteilung war schnell gemacht. Matze, Mike und ich in einem Zimmer. Elli kommt zu Iris, Jeanette und Jaqueline, Blume zu Michael und Harald. Alle sind bedient und so werden die Zimmer inspiziert. Das Zimmer ist an sich ziemlich scheiße aber hat irgendwie auch Charme. Die Tür zum Bad ist so ne Campingbus Schiebetür so dick wie ein Stück Pappe was uns direkt veranlasst ne Kloreihenfolge festzulegen die bis zur Abreise nach dem Rotationsprinzip fortgesetzt werden soll. Als erstes machen wir drei uns dann die Biere auf, die noch von der Fahrt übrig sind und begeben uns zu Elli auf den Balkon um erstmal noch mehr Eindrücke von der Stadt zu sammeln. Als dann irgendwann alle mal auf Klo waren geht's wieder ab in Restaurant um Mittagessen zu uns zu nehmen. Und wie wir das getan haben. Lecker Nudeln mit viel Vino bianco.

Dann haben die Sozis irgendein Masterle von da besucht und uns in unsere wohlverdiente Freizeit geschickt. Mike, Matze und ich haben den Nachmittag über dann versucht das Meer zu finden. Vergeblich. Das einzige was wir gefunden haben waren merkwürdige Menschen, Rollerwerkstätten und Müll. Wir verdrücken uns also ziemlich schnell wieder ins Hotel um den gebliebenen Nachmittag mit schlafen zu verbringen. Aufgewacht, alle duschen und ab zum Abendessen. Wieder ohne Ende gefressen, aufm Heimweg Bier gekauft und alles getrunken!
Das wars für den ersten Tag. Am nächsten Tag haben wir uns sehr viele Kirchen in Neapel angeschaut. Die ersten drei war es noch recht interessant. Die letzten 20 hab ich dann nur noch über mich ergehen lassen. Dann wieder Mittagessen und dann irgendwann Abendessen mit viel trinken.
Ab dem ersten Tag sah unser Tagesablauf wie folgt aus:
1) Aufstehen
2) Frühstück
1. Irgendwas sinnfreies bis Mittag machen
2. Mittagessen mit Vino
3. Irgendwas sinnfreies bis Abends machen
4. Abendessen mit Vino
5. Trinken mit Bieras
Am Donnerstag glaub ich sollte eine Pressekonferenz mit Bliss und uns stattfinden. Angekündigt waren diverse Printmedien sowie das italienische Fernsehen. Rai uno wahrscheinlich ;-). Zum Zwecke der Pressekonferenz begaben wir uns nach dem Mittagessen in eine nette Lokalität im schönen Teil Neapels. Die Kneipe/Bar war ne Mischung aus Plattenladen, Musikbücherei und eben Kneipe. Wie immer mussten wir erstmal ein bisschen warten bis irgendwas passierte. Aber diesmal passierte nix, außer das wir uns besoffen haben.
arschsaft


Am Freitag ist dann mal wieder was passiert. Wir sollten uns mit Bliss treffen. Der Band, die beim Colostival nach Coburg eingeladen war und da auch gespielt hat. Wir fahren also mit Walter zum vereinbarten Treffpunkt, warten da (wie immer) ne dreiviertel Stunde bis Dario kommt um uns abzuholen. Dann laufen wir zum Proberaum. 15 Minuten später kommen wir an. Ziemlich schnell stellt sich heraus, dass wir am falschen Proberaum sind. Also wieder zurück und noch 15 Minuten woanders hin gelaufen. Irgendwann sind wir dann auch wirklich im Proberaum angekommen. Es ist so ein Mietproberaum, den man sich stundenweise mieten kann, Wirklich schön da. Gutes Equipment und ein Kühlschrank mit Bier drin. Als wir gegangen sind wars dann ein Kühlschrank ohne Bier drin.

Eigentlich hatte ich geplant nichts mehr zu Italien zu schreiben. Blöderweise steht am Ende des letzten Italien diary Eintrags, da würde noch mehr kommen. Nun, was soll ich machen außer mehr dazu zu schreiben?
Ich steig mal bei der Probe im Mietproberaum wieder ein. Wie gesagt, eigentlich ne ganz nette Sache da. Wir haben dann immer drei Songs geprobt und dann Bliss drei usw. bis wir dann wieder gehen mussten. War ganz ok und ich hab wieder geschnallt wer Bliss sind. Das war die Metallica Coverband, die mir beim Colostival ganz gut gefallen haben. Egal.
Nach der Probe sind wir wieder in die U-Bahn gehetzt, wo die anderen Mike und mich fast in der Bahn vergessen hätten. Matze hat uns nur durch heroisches Koffer in die Tür klemmen gerettet. Danke von hier aus…
An diesem Abend ziehn wir ein bisschen durch die Stadt in freudiger Erwartung auf den Gig, der am nächsten Abend stattfinden soll. Wir enden voll wie 100 Russen wieder im Hotelzimmer, wo wir uns Sexy Bar im italienischen Fernsehen reinziehen und Mike den Portier des Hotels am Telefon mit lüsternem Stöhnen belästigt!


Nächster Tag. Erstmal Tagesablauf abspulen. Wir haben uns gerade vom Mittagessen erholt, als uns ein Anruf erreicht, wir sollten doch noch mal vorm Auftritt ne Probe machen in nem Raum von den Sozis in Neapel. Alles klar, nix wie hin. Das ganze war dann ein Kellergewölbe mit einem Schlagzeug, einem kleinen Gitarrenverstärker und nem noch kleineren Bassverstärker. Katastrophe. Wir haben also dann doch nicht geprobt sondern lieber da unten gewartet, bis uns jemand zum Gig fährt. Das geschah dann auch so. In nem echtem Nobel-Sprinter mit Fernseher drin und so. Überhaupt war ich mehr als positiv überrascht und die Laune stieg ins unermessliche. Doch dann kamen wir da an wo wir spielen sollten. Und was war es. Achtung Lauscher aufstellen… es war ein KINDERGARTEN!!!!! Ich mag jetzt nicht viele Worte darüber verlieren, aber es war ein Graus. Wir spielten vor den Eltern und Großeltern der anderen Band in dem Turnhällchen eines italienischen Kindergartens, in dem es nix zu trinken gab. Nicht mal Wasser. Nach dem Gig, wie nicht anders zu erwarten, sind wir erstmal ins Stammlokal was essen gegangen.
Am nächsten Tag war ich immer noch richtig betäubt von dem was ich am Abend vorher erlebt hatte…. Schlimm schlimm.

Letzter Tag - guter Tag. Unser Führer Valentino entscheidet sich uns heute zur Abwechslung mal durch den noblen Teil Neapels zu hetzen. Wir fahren direkt nach dem Frühstück mit der Bahn so ca. ne halbe Stunde aus Neapel raus in wirklich schöne Gefilde. Da spazieren wir dann ein bisschen rum und schauen uns so allerlei an, von dem ich nix aber auch gar nix mehr im Kopf hab. War aber bestimmt superklasse! Das beste war, dass wir dann zum Meer gegangen sind. Aber nicht nur das, wir sind auch noch ungefähr zehn Kilometer am Meer entlang gelaufen. Irgendwann find ich mich dann wieder in einer mit Pfadfindern gefüllten U-Bahn wieder. Die bringt uns dann erwartungsgemäß zurück zu unserem Restaurant. Da essen wir dann zu Mittag und verbringen den gesamten Nachmittag bis eben der Zug uns wieder nach Hause bringen soll. Mike und ich entscheiden uns dann, noch mal in die City zu gehen um ein paar fliegende Händler um Uhren und T-Shirts zu erleichtern. Wie dem auch sei, zu guter letzt steigen wir also wieder in den Zug nach Hause. Diesmal mit echtem Schlafabteil. Und das beste: Jaqueline schläft wieder bei uns. Sie sucht sich gleich mal das oberste Bett aus, von dem aus sich der Schall ihres unruhigen Schlafs auch optimal im Raum ausbreiten kann. Mike, ich und die netten Sozis von nebenan lassen uns so richtig schön mit Limoncello und Rotwein zulaufen. Man, waren wir dicht. Michael hat dann noch ne Gitarre rausgezogen, auf der wir dann geklimpert haben bis es der Schaffner verboten hat. Als ich am nächsten Morgen bei Rosenheim aufwache, hab ich nen Kater. München umsteigen in den ICE. In Coburg angekommen erwartet uns Schnesiff und mein Vater, der Mike, Matze und mich dann heimfährt. Daheim, schnell duschen, dann xbox spiele ausleihen schnell bisschen schlipp schlapp und pennen. Geil wars. Ich bin raus!